Der Schiefer

Günstige Auswirkungen des Schieferbodens auf den Rieslingwein

Vor 400 Millionen Jahren, im Devonzeitalter, lagerten sich auf den damaligen Meeresböden Tonteilchen ab. Im Laufe der Zeit entstand daraus Tonschlamm. Durch das Zusammenpressen von übereinander liegenden Tonschichten und durch hohe Temperatureinwirkungen verfestigte sich in der Karbonzeit, vor etwas 350 Millionen Jahren, der Tonschlamm zu Tonschiefer. 

alte Weinbergsmauer in Pommern

Schon damals entstand sein noch heute typischer grau-bläulicher Farbton. Auf Grund eingeschlossener Sedimentteilchen im Tonschlamm unterscheiden wir heute verschiedene Schieferarten. So kennen wir beispielweise den Quarzschiefer, in dem Salze der Kieselsäure (Silikate) eingeschlossen sind.

neu errichtete Trockenmauer in Pommern

Im Grauwackeschiefer finden sich Sandablagerungen, Pflanzen, Muscheln, Seesterne und andere Meerestiere aus dem Devonzeitalter, die bei Fossiliensammlern sehr begehrt sind. Sie finden sich heute als Versteinerungen im Schiefer.

schroffer Felsvorsprung in Valwig/Mosel

Durch den Druck der heißen natürlichen Gesteinsschmelze (Magma) im Erdinnern und durch das Verschieben von Kontinentalplatten hob sich der Schiefer über die Meeresoberfläche und faltete sich auf. Dieser so schräg aufgefaltete Schiefer ist an den schroffen Felswänden im Moseltal gut zu erkennen.

Grauwackeschiefer in Pommern

In verschiedener Hinsicht wirken der Schieferboden und die Rieslingrebe im Moseltal qualitätssteigernd zusammen: Zum einen heizt sich der Schieferboden an sonnigen Tagen auf und gibt die gespeicherte Wärme an die Reben in der Nacht ab; Wachstum und Reifeprozesse werden positiv beeinflusst. Zum anderen nehmen die Reben über ihre verzweigten Wurzelhärchen Mineralstoffe vom Schiefer auf. Diese sind später im Wein deutlich schmeckbar.

Brachfläche im Pommerner Rosenberg

In Pommern wachsen die Reben auf Grauwackeschiefer, der sich im Laufe der Zeit mit humusreicher Feinerde, z.B. Anschwemmungen der Mosel, vermischt hat. Zusätzlich haben unsere Vorfahren, die um das gute Zusammenwirken von Schiefer und Riesling bereits wussten, diese Erdgrundlage durch an Felswänden gewonnenen Schiefer-Schotter bereichert. 

Blümelein am Wegesrand

Einige unserer Weine bringen dadurch eine rassige Weinsäure mit und brauchen oft zwei bis drei Jahre, bis sie ausgereift sind. Wenn wir ihnen die Zeit zur Reife gewähren, werden wir mit einem ausgewogenen Bukett belohnt.

alte Mauer in der Schieferwand

In Cond und Valwig dagegen stehen die Rieslingreben auf rötlichem Quarzschiefer mit geringem Anteil Feinerde. Hierdurch erwärmt sich das Erdreich schneller, gibt mehr Wärme ab und die Trauben reifen schneller. Diese Bodenstruktur hat in Jahren mit vielen Niederschlägen zur Folge, dass der Boden schneller abtrocknen kann.        Die Weine aus Cond und Valwig bestechen durch ihr zartes Bukett.

Weinbergsboden in Cochem-Cond

Das milde Klima, die Wahl geeigneter Rebsorten und der Boden sind die wichtigsten Komponenten für die Qualität der Weine.

vollreife Rieslingtraube

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