Die Wachstumsbedingungen der Rebe

Die Rebe ist eine Lianenart und rankt sich als Wildrebe an Bäumen, beispielsweise in den Auenwälder des Oberrheines, hoch und breitet ihre Laubtriebe über den Baumkronen aus. Unsere heutigen Kulturreben sind Nachkommen der Wildreben und durch natürliche Veränderungen (Mutationen) und Kreuzungen entstanden.

gemeiner Rheinfarn (Tanacétum vulgáre)

 

Die Rebe liebt die gemäßigten Klimazonen unserer Erde. Ihre Verbreitung liegt zwischen dem 30. und 40. Breitengrad auf der südlichen Erdhalbkugel und dem 30. und 51. Breitengrad auf der nördlichen Erdhalbkugel. Das vom Golfstrom begünstigte Klima lässt die Reben soweit im Norden gedeihen. Der Golfstrom erwärmt die Luft in Westeuropa um durchschnittlich 0,5 ° C, dadurch ist eine mittlere Tagestemperatur von 9,8° C und eine frostfreie Zeit von etwa 180 Tagen erreicht.

echte Brombeere (Rûbus fruticósus)

Die mittlere Sommertemperatur sollte 20° C nicht unterschreiten bei einer Sonnenscheindauer von 1.300 Stunden während der Vegetationszeit. Mit Annährung an den Nordpol verschiebt sich die Höhengrenze der Reben nach unten. An der Mosel stehen die Rebanlagen auf einer Höhe zwischen 70 m und 200 m über dem Meeresspiegel. Die windgeschützten Täler und das Kleinklima verhindern, dass die Temperaturen nicht stark schwanken.

gemeine Schafgarbe (Achilléa millefôlium)

In den nördlichen Weinanbaugebieten gedeihen die Reben meist auf nach Süden hin geneigten Hängen, weil hier die Intensität der Sonneneinstrahlung optimal ist. Der leicht erwärmbare, gut durchlüftete Schieferschotter im rheinischen Schiefergebirge, in dem auch das Weinanbaugebiet Mosel - Saar - Ruwer liegt, speichert die Wärme tagsüber und gibt die Wärme in den Abendstunden und in der Nacht wieder ab. So kann die Sonnenwärme effizient von der Rebe genutzt werden.

Von wichtiger Bedeutung für das Wachstum von Reben ist auch die Verteilung der jährlichen Niederschläge. Die Summe der Niederschlägen beträgt in den nördlichen Weinanbaugebieten Deutschlands etwa 550 mm. Durch die günstige Verteilung und durch die mäßig warmen Temperaturen ist dies völlig ausreichend. 

An der Mosel sind die geologischen Bedingungen für den Weinanbau besonders günstig. Neben dem Schieferboden wirkt sich die nach Süden ausgerichtete Steillage besonders günstig aus. Hierdurch wird eine Sonneneinstrahlung mit einem Winkel von nahezu 45° erreicht. Diese Kombination von Schiefergestein und Topographie sind einmalig an der Mosel und schaffen hier Idealbedingungen für die hohe Qualität des hier erzeugten Rieslingweines.

Sonneneinstrahlung im Steilhang, Lage Pommerner Sonnenuhr,

 

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